Ingwer:

Arzneipflanze des Jahres 2026

Ingwer ist die Arzneipflanze des Jahres 2026. Diese Auszeichnung verleiht der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde gemeinsam mit der Gesellschaft für Phytotherapie. Die scharfe Knolle hat in der Naturheilkunde eine lange Tradition und gilt bei unterschiedlichen Beschwerden als bewährter Helfer – etwa bei Reisekrankheit, Verdauungsproblemen oder Erkältungen.

Ingwer – die scharfe Knolle mit Tradition

Ingwer (Zingiber officinale) ist eine schilfartige Staude aus der Pflanzenfamilie der Ingwergewächse. Ursprünglich stammt die Pflanze aus den tropischen und subtropischen Regionen Mittel- und Südostasiens. Unter der Erde bildet sie kräftige Sprossachsen, die umgangssprachlich „Ingwerwurzeln“ oder „Ingwerknollen“ genannt werden.

Unter der korkartigen Schale befindet sich ein hellgelbes Fleisch, das reich an ätherischen Ölen sowie an Scharfstoffen wie Gingerole und Shogaole ist. Diese Inhaltsstoffe verleihen dem Ingwer nicht nur seinen charakteristischen Geschmack, sondern auch seine gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Welche Wirkungen hat die Pflanze?

Ingwer wirkt durchblutungsfördernd und wärmend, regt Appetit und Verdauung an und kann Übelkeit und Brechreiz lindern. Darüber hinaus besitzen seine Scharfstoffe entzündungshemmende, krampflösende und schmerzlindernde Eigenschaften. Stoffwechsel und Immunsystem werden angeregt, was nicht nur in der Erkältungszeit hilfreich ist.

Ingwer als Arzneipflanze neu bewertet

Im Mai 2025 hat der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) Ingwer neu bewertet. Auf Basis seiner traditionellen Anwendung kann Ingwer in fünf Bereichen eingesetzt werden. Am besten wissenschaftlich untersucht ist dabei seine Wirkung bei Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden.

Anwendungsgebiete:

  • Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit
  • leichte krampfartige Magen- und Darmbeschwerden
  • vorübergehende Appetitlosigkeit
  • leichte Gelenkschmerzen
  • Erkältungssymptome

Wichtiger Hinweis:

Bei Ingwerprodukten wie Pulvern und Tinkturen ist stets die Packungsbeilage zu beachten, ob und in welcher Dosierung sie für Kinder geeignet sind. Auch Schwangere sollten – vor allem im letzten Trimester – mit Ingwerprodukten vorsichtig sein. Frischer Ingwer als Gewürz oder Tee gilt in Maßen als unbedenklich und kann im ersten Schwangerschaftsdrittel sogar bei Schwangerschaftsübelkeit hilfreich sein.
Bei Fragen und Beschwerden wende dich bitte an deinen Arzt oder Heilpraktiker.

Hausmittel mit frischem Ingwer – von Tee bis Ingwershot

Ingwer ist nicht nur ein beliebtes Küchengewürzt, sondern hat sich auch als Hausmittel bewährt.

  • Aufsteigendes Fußbad mit Ingwer: Ein aufsteigendes Fußbad mit Ingwer kann die Abwehrkräfte stärken. Dazu ein daumengroßes Stück der Knolle schälen, an eine Schnur binden und in einen Eimer mit warmem Wasser (Temperatur: 33-36 Grad) hängen. Wird der Ingwer gerieben, verstärkt sich die durchblutungsfördernde Wirkung.
  • Ingwertee: Bei Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden kann eine Tasse Ingwertee lindernd wirken. Dafür werden frische Ingwerknollen (am besten in Bio-Qualität) gründlich gewaschen und ein drei bis fünf Zentimeter großes Stück in dünne Scheiben geschnitten. Mit einem Liter Wasser übergießen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Anschließend den Ingwer entfernen und mit etwas Zitronensaft und Honig verfeinern.
  • Ingwershot: Ein Ingwer-Shot kann die Immunsystem stärken, aber ist aufgrund seiner Schärfe nur für ältere Kinder (ab etwa 7-8 Jahren) geeignet. Dafür ein kleines Stück frischen Ingwer und frischen Kurkuma schälen und mit Orangensaft, etwas Honig und einem Apfel pürieren. Anschließend durch ein Sieb passieren und in eine Flasche geben. Im Kühlschrank ist der Shot vier Tage haltbar.

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Heike Kreutz

Meine Vision ist, Eltern dabei zu unterstützen, ihrem Bauchgefühl wieder zu vertrauen und Naturmedizin im Familienalltag sicher und selbstbewusst anzuwenden. Ich bin Heilpraktikerin und Mama von zwei Kindern. Als Journalistin schreibe ich am liebsten über Themen wie Gesundheit, Naturheilkunde und Ernährung. Folge mir auch auf Instagram unter @heike.kreutz

Die bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und ersetzen keine medizinisch fachkundige Beratung oder Behandlung von gesundheitlichen Beschwerden. Wende dich bei Beschwerden bitte an deinen Arzt oder Heilpraktiker. Weitere Infos findest du unten im Haftungsausschluss.