Neue Leitlinie:
Wie lange sollte gestillt werden?

Stillen ist das Beste für die Mutter und das Kind. Nach einer neuen Leitlinie sollten reifgeborene Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich oder überwiegend gestillt werden. Zudem wird Eltern eine Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten empfohlen.
Die neue Leitlinie „Stilldauer und Intervention zur Stillförderung“ wurde von der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften im Februar 2026 veröffentlicht. Die Empfehlungen für die Stilldauer entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Dabei versteht man unter „ausschließlichem Stillen“, dass keine Flaschennahrung, Flüssigkeiten oder Beikost gefüttert wird. Bei „überwiegenden Stillen“ führt man Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee hinzu.
Tatsächlich werden aber nur 13 Prozent der Kinder bis zum sechsten Monat ausschließlich gestillt und etwa 20 Prozent bis zum zwölften Monaten generell gestillt, zeigt die bundesweite „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS Welle 2: 2014-2017).
Muttermilch ist ein Wunderwerk
Muttermilch ist optimal an die kindlichen Bedürfnisse angepasst und im Hinblick auf Zusammensetzung und Verdaulichkeit die ideale Nahrung für das Baby. Des Weiteren enthält sie Stoffe, die gegen Bakterien wirken, Entzündungen hemmen und das Immunsystem des Säuglings stärken. In den ersten sechs Lebensmonaten wird der Säugling allein mit Muttermilch mit allen nötigen Makro- und Mikronährstoffen versorgt – mit wenigen Ausnahmen (Vitamin K und D).
Weitere Vorteile: Muttermilch ist immer hygienisch einwandfrei, hat die richtige Temperatur, ist stets verfügbar und kostet auch nichts. Nicht zuletzt fördert Stillen auch die emotionale Verbindung zwischen Mutter und Kind.
Stillen – das Beste für Kind und Mutter
Auch langfristig bietet das Stillen Vorteile für das Kind. So leiden gestillte Kinder im Vergleich zu nicht gestillten Kindern weniger häufig an Durchfall und Mittelohrentzündung und später seltener an Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Stillende Mütter haben unter anderem ein geringeres Risiko für bestimmte Krebserkrankungen (z.B. Brust- und Eierstockkrebs) und Typ-2-Diabetes.
Bei Stillproblemen Hilfe suchen
Grundsätzlich gilt aber: Ob und wie lange gestillt wird, entscheiden Mutter und Kind. Häufig sind beim Stillprozess Hürden zu überwinden. Wer unsicher ist oder Schwierigkeiten hat, kann sich an eine Stillberatung oder die betreuende Hebamme wenden. Falls Mütter aus individuellen Gründen nicht stillen wollen oder können, steht natürlich als Alternative industriell hergestellte Muttermilchersatznahrung zur Verfügung.
Interessante Informationen für junge Familien und Mütter – etwa auch zum Stillen – gibt es zum Beispiel beim Netzwerk „Gesund ins Leben“: www.gesund-ins-leben.de





